| Einwohner | 127770 |
| Fläche | 78700 ha |
| Bevölkerungsdichte | 162 Einw./km\(^2\) |

Das Bundesforschungsprojekt EnAHRgie erarbeitet für den Kreis Ahrweiler bis Oktober 2017 ein Energiekonzept, wie bis 2030 die Stromversorgung vollständig und die Wärmeversorgung möglichst weitgehend auf Erneuerbare Energien umgestellt werden kann. Mit dem Kreis Ahrweiler wird eine Modellregion umfassend betrachtet, die mit starken Landnutzungskonkurrenzen zwischen Maßnahmen der Energiewende und Naturschutzbelangen, Infrastrukturentwicklung, Gewerbeansiedlungen, Wohngebieten, Tourismus und Naherholung konfrontiert ist. Denn Windkraftanlagen, Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen, der Anbau von Energiepflanzen – das alles braucht Fläche, die auch in ländlichen Regionen nur begrenzt zur Verfügung steht. Im Projekt EnAHRgie werden innovative Geschäftsmodelle, Verfahrensvorschläge und Analysemethoden als praktische Lösungen für den Kreis Ahrweiler entwickelt, die deutschlandweit übertragen werden können.
Für den Kreis Ahrweiler wurden auf Basis der vorhandenen Potentiale und bekannten Restriktionen vier Szenarien entwickelt, wie die Energieversorgung in der Region in 2030 aussehen kann. Die Szenarien bilden Optionen ab, die jede Kommune hat, stellen aber keinen Umsetzungsplan dar. Jedes Szenario verfolgt jeweils konkrete Ziele, wie zum Beispiel die Reduktion von Treibhausgasen oder die Steigerung der Wertschöpfung in der Region.
Daraus ergibt sich für jedes Szenario ein spezifischer Anlagenpark. Dieser wird im Folgenden für den Stromsektor (gesamt) und den Wärmesektor (nur Privathaushalte) dargestellt.
In der nachfolgenden Tabelle sind die zusätzlich zum Bestand installierten Leistungen der betrachteten Technologien dargestellt, die erforderlich sind, um die Strommengen der einzelnen Szenarien zu erzeugen (vgl. Grafik). Darüber hinaus ist der Ausbaugrad bezogen auf die maximal möglichen Potentiale in Prozent angegeben.
| Maximalpotential | Szenario 0 (Ref) | Szenario 1 | Szenario 2 | Szenario 3 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anlagenzahl Wind (je 3 MW) | 82 | 1 (1.22 %) | 12 (14.63 %) | 41 (50 %) | 48 (58.54 %) |
| Wind [MW] | 246 | 2.3 (0.93 %) | 36 (14.63 %) | 123 (50 %) | 144 (58.54 %) |
| Freiflächen-PV [MW] | 65.76 | 0 (0 %) | 0.76 (1.16 %) | 13.75 (20.9 %) | 34.72 (52.8 %) |
| Dach-PV [MW] | 344.33 | 27.34 (7.94 %) | 332.85 (96.67 %) | 64.47 (18.72 %) | 91.57 (26.59 %) |
| Biogas [MW] | 1.77 | 0 (0 %) | 0.17 (9.46 %) | 1.51 (85.43 %) | 1.7 (95.84 %) |
| Wasser [MW] | 0.81 | 0 (0 %) | 0 (0 %) | 0.64 (79.43 %) | 0.59 (73.16 %) |
| Deponie-/Klärgas [MW] | 0 | 0 (0 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
In der nachfolgenden Tabelle ist die erzeugte Wärmemenge (in MWh/a) für jede Wärmetechnologie dargestellt sowie der Ausbaugrad als Anteil des Maximalpotentials in Prozent angegeben.
| Maximalpotential | Bestand 2013 | Referenz-Szenario | Ziel-Szenario 1 | Ziel-Szenario 2 | Ziel-Szenario 3 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zentr. Hackschnitzelkessel | 16189 | 609 (4 %) | 609 (4 %) | 16189 (100 %) | 16189 (100 %) | 12294 (76 %) |
| Zentr. BHKW inkl. Spitzenlastkessel |
17260 | 1680 (10 %) | 13365 (77 %) | 1680 (10 %) | 1680 (10 %) | 1680 (10 %) |
| Zentr. Gaskessel | 1799 | 1799 (100 %) | 1799 (100 %) | 1799 (100 %) | 1799 (100 %) | 1799 (100 %) |
| Dezentr. Solarthermie | 132564 | 3750 (3 %) | 5807 (4 %) | 132564 (100 %) | 132564 (100 %) | 53164 (40 %) |
| Dezentr. Biofestbrennstoffkessel | 89498 | 15326 (17 %) | 53853 (60 %) | 60571 (68 %) | 89498 (100 %) | 82081 (92 %) |
| Dezentr. elektrische Warmwasserbereitung |
40552 | 40552 (100 %) | 40552 (100 %) | 0 (0 %) | 20276 (50 %) | 40552 (100 %) |
| Dezentr. Elektrospeicherheizung | 1957 | 1957 (100 %) | 1957 (100 %) | 0 (0 %) | 1957 (100 %) | 1957 (100 %) |
| Dezentr. Wärmepumpe | 167959 | 9140 (5 %) | 34149 (20 %) | 167959 (100 %) | 153912 (92 %) | 118662 (71 %) |
| Dezentr. BHKW inkl. Spitzenlastkessel |
425717 | 5464 (1 %) | 12524 (3 %) | 5464 (1 %) | 425717 (100 %) | 59582 (14 %) |
| Dezentr. Gaskessel | 612750 | 612750 (100 %) | 542545 (89 %) | 298568 (49 %) | 6585 (1 %) | 373981 (61 %) |
| Dezentr. Ölkessel | 381731 | 381731 (100 %) | 322175 (84 %) | 167622 (44 %) | 2238 (1 %) | 226698 (59 %) |
Mit Strombilanz ist die exportierte Strommenge abzüglich der Stromimporte gemeint. Wird mehr Strom exportiert als importiert, ist die Bilanz positiv, andernfalls negativ. In den Karten unten erscheinen Gemeinden und Städte, die im Jahresdurchschnitt hauptsächlich Verbraucher sind, rot (negative Bilanz). Kommunen, welche vermehrt Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugen, erscheinen grün (positive Bilanz).
Es wird deutlich, dass die städtischen Kommunen im Jahresmittel v.a. Verbraucher sind, bedingt durch die einerseits höhere Einwohnerdichte bei andererseits niedrigeren Energieerzeugungspotentialen. Sie müssen Strom importieren, können aber durchaus von engagierten umliegenden ländlicheren Kommunen mitversorgt werden. Dies bedeutet auch eine Chance für die kommunale Entwicklung in ländlichen Gebieten. Das Muster der Erzeuger und Verbraucher unterscheidet sich je nach Szenario und dem damit verbundenen Anlagenpark.
Dr. Markus Voge
IQIB – Institut für qualifizierende Innovationsforschung und -beratung GmbH
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